Lilongwe

Von Mzuzu aus fahren wir weiter nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis.
Nachdem wir in Mzuzu Probleme hatten, ein halbwegs günstiges Guesthouse zu finden, nutzen wir wenigstens die Zeit und schlafen uns mal wieder aus. In der Nacht fällt mehrmals der Strom aus, und meine Stirnlampe muss als Ersatz herhalten. Irgendwann flackert sie und geht aus und lässt sich nicht mehr einschalten. Komisch, ich hab die Batterien erst zwei Tage zuvor gewechselt. Als ich in der Früh bei Tageslicht checke, offenbart sich der ganze Mist: eine der Aldi-Batterien ist ausgelaufen und die ganze Stirnlampe ist innen voller Batteriesäure, die ganze Platine ist korrodiert, kein Wunder dass die keinen Mucks mehr tut. (An dieser Stelle, nachdem mir das gleiche schon mal im Lawinenpieps passiert ist, schwöre ich feierlich, nie nie wieder Aldi-Batterien, sondern nur noch hochwertige Akkus zu kaufen!!)
Da ich die Stirnlampe erst frisch gekauft habe, nachdem meine alte in Südamerika verloren gegangen ist, tut das schon sehr weh, und ein eigentlich unbezahlbares Equipment auf Reisen ist sie nochdazu! Da ich zumindest versuchen will, sie zu retten, wasche ich sie erstmal ne Stunde mit Wasser und Backlauge (sowas gibts hier zum Glück an jeder Ecke) und putze fein säuberlich mit der Zahnbürste jeden einzelnen Kontakt auf der Platine.
Danach 10 Minuten in die Sonne gelegt, und tatsächlich, sie funktioniert wieder! Das macht erst mal sehr stolz, und dann kann der Tag schon gar nicht mehr schlecht werden.
Am Busbahnhof finden wir recht flott einen Bus nach Lilongwe, auch wenn es sich dabei um einen einfachen Bus handelt, der bis zum letzten Quadratzentimeter vollgestopft wird. Verglichen mit unserem Truck-Abendteuer der blanke Horror. Immerhin schaffen wir es irgendwann, vorne an der Frontscheibe zu sitzen, das ist deutlich bequemer. Dafür fühle ich mich ein wenig schuldig, denn der Fahrer kann kaum nach links sehen, und beim Überholen eines Tanklasters rammt er den mal ganz ordentlich von der Seite… Fazit: recht zerkratzter Bus auf der linken Seite und ein zersplitterter Spiegel. Der blöde Laster hätte aber auch Platz machen können, der war über der Mittellinie…!

In Lilongwe angekommen, spazieren wir, eskortiert von einem sehr betrunkenen Mechaniker, der sich auch wirklich nicht abwimmeln lässt, durch die Umgebung der Busstation auf der Suche nach einem Guesthouse. Nach einigen Verwirrungen, hauptsächlich von unserem schwankenden Begleiter verursacht, finden wir dann doch ein recht günstiges (wir sind halt immer noch von unserem billigen gesti in Nkhata Bay verwöhnt) Resthouse.
Naja, Resthouse ist vielleicht der falsche Begriff, gerastet wird dort, gemessen an der Anzahl von aufgerissenen Kondom-Packungen im Müll eher selten. Stundenhotel ist wohl eher der passende Ausdruck. Naja, für uns genügts allemal, sogar ein Ventilator ist dort zu finden, leider aber auch nur eine Steckdose. So lerne ich von Bobby gleich mal einen neuen Trick, mit Gaffa und Taschenmesser kann man ganz MacGyver-like aus der Glühbirne eine Steckdose basteln. Genialer Trick, das muss ich mir merken für die Zukunft!!

image

image

Abends ziehen wir noch ein wenig durch die völlig ausgestorbenen Straßen des Townships, bis wir eine hübsche Bar finden, in der wir endlich, nach fast einer Woche mal wieder ein kaltes Bier trinken können! Yes! Tag erfolgreich abgeschlossen!!

Den nächsten Tag verbringen wir ganz unspektakulär. Ein bisschen durch den Markt schlendern, endlich mal wieder Postkarten kaufen, nachdem es die letzten Wochen wie verhext war, nie habe ich welche finden können (klar, soweit weg von Touristenzentren sind die auch nirgends vorhanden!).
Sogar ein Eis gönnen wir uns im Einkaufszentrum, auch wenn wir das dann recht schnell verlassen müssen – zu extrem fühlt sich der Kontrast an zwischen modernen Kauftempeln wie zuhause, und dem hektischen dreckigen Treiben ausserhalb. Da fühlen wir uns beide doch in den Straßen deutlich wohler irgendwie…!
Das Flair auf den Straßen Lilongwes versuche ich statt mit Worten lieber mal mit Bildern zu beschreiben:

image

image

image

image

image

image

Auf dem Rückweg ergibt sich noch eine lustige Situation. Wir schlendern wie so oft durch das Spare Parts Viertel, in dem hunderte alter Autos und Truck als Ersatzteillager zerlegt werden und sich überall alle Arten von Teilen in den Straßen stapeln.

image

image

Während wir ein paar Fotos schießen, kommen immer mehr der hier arbeitenden Menschen hinzu, schließlich sogar eine kleine 2-Mann-Band, die gegen ein kleines Trinkgeld ein paar Songs zum Besten gibt. Und als ich dann auch noch spontan das Tanzbein schwinge (mehr schlecht als recht, aber das ist auch nicht anders als die Jungs hier) flippen alle förmlich aus! Jetzt gibts auf jeden Fall viele Handyvideos in Lilongwe von dem Weißen, der auf dem Autowrack tanzt 🙂

image

image

image

image

image
image

Abends relaxen wir dann noch ein wenig bei Grillfleisch und Bier, morgen gehts dann weiter an die Grenze zu Zambia. Von dort an werden wir dann versuchen, ähnlich wie von Livingstonia, die knapp 1000km nach Lusaka zu trampen, mal schaun wie das hinhaut…!
Malawi ist wirklich ein cooles Land, speziell in der Regenzeit oder kurz danach muss die Landschaft hier auch richtig cool sein, aber unser Trip hier war schon so richtig toll. Ab morgen gilt dann wieder: Neues Land, neues Glück!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s