Victoria Falls in Zambia und Zimbabwe

Dank dem Hitch mit Peters Auto nach Livingstone reisen wir nicht nur extrem bequem, sondern auch verdammt schnell. Bereits vor 12 Uhr mittags sind wir in Livingstone, der Stadt in Zambia, die den Victoria Falls am nächsten liegt. Dort buchen wir nach dem „Oh guck mal, ein Schild“-Prinzip uns wahllos in ein Backpackers ein, wo wir unser Zelt aufschlagen. Das „Livingstone Backpackers“ entpuppt sich als ziemlich gute Wahl, nur wenig Leute sind dort, ein Pool und ein cooler Chillout-Bereich, und ausserdem gibt es, zum ersten Mal seit ich unterwegs bin, eine ordentliche Küche zum Selberkochen.
Da unser ursprünglicher Plan, noch am selben Nachmittag den Devil’s Pool zu besuchen und dann früh morgens nach Zimbabwe aufzubrechen, erstmal fehlschlägt (nur noch die teuren Bootstouren sind möglich), buchen wir die Walking Tour für den nächsten Tag früh morgens um 6 Uhr und verbringen den restlichen Tag ganz gechillt im Hostel.
Da die Victoria Falls generell ein teures Pflaster sind (20 Dollar Zambia Parkgebühren, 50 Dollar Walking Tour, 30 Dollar Zimbabwe Visa, 30 Dollar Zimbabwe Parkgebühren – um das Geld lebe ich normal eine ganze Woche lang hier!!) gehen wir erstmal einkaufen, um zumindest das Essen günstig zu halten. Im Spar-Supermarkt (ja, sowas gibts hier!!) decken wir uns mit Fleisch, Vollkornbrot (wie hab ich das vermisst) und Nudeln ein, Gemüse kaufe ich dann doch lieber abseits der Touristenviertel im lokalen Markt. So gibts tonnenweise Früchte und Sandwiches und abends richtig gute Nudeln, es tut richtig gut, mal wieder zu kochen!
Morgens heissts dafür schon um 5 Uhr aufstehen, alles zusammenpacken und dann aufbrechen, damit wir um 6 Uhr am Eingang des Nationalparks sind. Von dort aus gehts zu Fuß einen knappen Kilometer über den an dieser Stelle in der Trockenzeit fast völlig ausgetrockneten Zambesi-River (in der Regenzeit ist dieser Tour genau wie auch der Devil’s Pool selbst nicht möglich) bis zum Livingstone Island. Von dort müssen wir noch etwa 20 Meter schwimmen, immer gegen den Strom, der sein möglichstes tut, einen über die Kante zu treiben (wäre bei 125 Meter Höhe eher nicht zu empfehlen). Nach dieser ersten kurzen Abkühlung erwartet uns der Devil’s Pool.
Hierbei handelt es sich um ein tiefes Becken direkt an der Kante der Fälle, das durch eine natürliche Wand begrenzt wird, wo das Wasser nur knapp 10 cm tief ist. Somit ist es möglich, direkt an der Kante der Fälle im Wasser zu schwimmen und zu sitzen, ohne dass man vom Wasser mitgerissen wird – ein seltsames, aber richtig cooles Gefühl!
Dadurch, dass wir in unserer Gruppe nur zu viert sind, haben wir quasi ewig dazu Zeit. Normal ist die Zeit pro Gruppe massiv begrenzt, und bei Gruppengrößen bis zu 15-20 Leuten ergibt sich weniger als eine Minute pro Kopf – schnell rein für ein Foto und gleich wieder raus.
Dagegen ist uns ein relaxtes Plantschen vergönnt und genug Zeit, diesen einzigartigen Platz auf mehr als genug Fotos festzuhalten!

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Auch auf dem Rückweg finden wir reichlich Zeit für Edge-Fotos und auch genug Fotos von den Fällen selbst. Jetzt in der Trockenzeit sind die Victoria Fälle deutlich kleiner als in der Regenzeit, eigentlich kann man nur bei den Main-Falls jenseits von Livingstone Island von Wasserfällen sprechen – diese sind aber von der zambesischen Seite kaum zu erkennen. In Zambia sind die Fälle bis auf einige Biesler trocken, man sieht nur die massive Felswand.

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Auch wenn Bobby beschließt, dass er sich die 30 Dollar für die Fälle in Zimbabwe sparen wird, ich werde sie mir auf jeden Fall anschauen.
So gehen wir, nach einem kleinen Sandwich-Snack, erstmal zu Fuß zur Grenze, bekommen ein neues Visum in den Pass und schlendern dann gemütlich in die Stadt, nur einige hundert Meter von der Grenze entfernt.
Dort lassen wir unser Gepäck erstmal im Shoestring-Backpackers, in dem Bobby übernachten wird, er fliegt morgen nach Harare, während ich nach Bulawayo und anschließend nach Botswana weiterfahre. Schon nach wenigen Metern hasse ich Victoria Falls. Diese Stadt, einzig und allein für Touristen erbaut, zeigt alles, was ich in Afrika hasse! Flycatcher, die einem keinen Meter gehen lassen, Verkäufer für allen möglichen Plunder, „Künstler“ („Me, I’m an artist“), genau all die Gründe, warum ich hier normalerweise jeden Touri-Ort weiträumig umgehe. Man muss die Victoriafälle auf jeden Fall einmal gesehen haben, aber ich bin mehr als froh, dass ich hier nicht mal einen Tag lang bleibe. Auch im Backpackers ist nichts Shoestring bis auf den Namen. Überhöhte Preise (im Hostel kostet sogar das Wlan extra!!) soweit das Auge blickt…
Auch wenn das auch für das Bier zutrifft, so brauch ich trotzdem erstmal eins, als wir endlich im Hostel sind – ich bin massiv angepisst von dieser Stadt und brauche erstmal eine Auszeit, bevor ich zu den Fällen gehe.
Ein paar Erdnussbuttersandwiches und ein kühles Bier später bin ich wieder gut gelaunt.
Also gehts auf zum Nationalpark Victoria Falls Zimbabwe, schließlich müssen die letzten 30 USD auch noch ausgegeben werden. Heute muss alles raus!
Ich wäre ja auch schön blöd, jetzt wo ich schon mal hier bin. Bobby verzichtet und schont seinen Geldbeutel 🙂

Der Ausblick auf die Fälle ist schon echt toll, wobei der Park um die Nachmittagszeit stark gefüllt ist, und sich leider auch die Sonne versteckt hat – ich hatte auf ein paar klassische Regenbogen-Fotos von Zimbabwe aus gehofft. Dafür finde ich in dieser schwülen Temperatur ein Eckchen, von dem man aus die Main-Falls bewundern kann, während die Gischt vom Wind immer wieder von oben auf einen herabgepeitscht wird. Ist wie wenn es richtig heftig regnen würde, und bei den Temperaturen einfach nur extrem angenehm! Und da natürlich kein anderer Touri nasswerden will, hab ich den Ort auch ganz für mich alleine, obwohl er so ziemlich die beste Sicht auf die Fälle bietet (ja, in der Trockenzeit gibts nicht soo viel davon, da soll man nicht wählerisch sein).
So einige Fotos springen auch noch raus, auch wenn man schon sagen muss, dass sie den Vergleich mit denen von heute Vormittag mangels Sonnenschein leider verlieren – trotz besserem Aussichtspunkt!

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Abends chillen wir noch gemeinsam im Hostel, unter anderem mit 5 deutschen Studenten aus Cape Town, von denen einer sogar so nett ist mich mit dem Auto zum Busbahnhof zu fahren. Der Nachtzug nach Bulawayo (ich wollte einfach unbedingt mal mit dem Zug hier in Afrika fahren, und günstig war der obendrein) ist leider seit einigen Tagen ausser Betrieb, wegen einem Schaden am Gleis, hier hab ich Pech gehabt. Stattdessen finde ich einen nur minimal teureren Nachtbus nach Bulawayo. Auch wenn ich mit dem Plan das halbe Hostel in Aufruhr versetze und mir jeder erzählen will, wie gefährlich das sei in Zimbabwe (soviel sei dem nächsten Blogeintrag schon mal vorweggenommen: was für ein Käse!!)
So verabschiede ich mich abends nach 3 verdammt coolen Wochen gemeinsamen Reisens von Bobby, der ja nach Harare weiterreist, während ich die nächsten Tage über Botswana nach Namibia fahre. Ich hoffe er entscheidet sich doch noch für mein Angebot und kommt nächste Woche nach Namibia nach!
Klar, jeder von uns war schon wochenlang alleine unterwegs, aber nach einer so lustigen Zeit gemeinsam plötzlich wieder alleine zu reisen, fühlt sich für uns beide schon recht sonderbar an!
Aber so ists nun mal, genau das ist ja auch der Grund, warum ich am liebsten alleine unterwegs bin!

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