6 Monate auf Reisen Teil 2: New Year’s in Vancouver

Nach 7 Tagen zu Hause über Weihnachten gehts am 30. Dezember schon wieder los. Mein2 6-Monats-Reise geht in die zweite Runde, und die heißt: Kanada!
Der Grobplan (denn recht viel mehr existiert bisher auch nicht) heißt dabei, ab nach Vancouver, Sylvester dort verbringen, und dann gleich weiter nach Revelstoke, wo ich die nächsten 3 Monate, sprich, den Rest der Wintersaison verbringen werde.
Den Flug und das Saisonticket für Revelstoke habe ich mir schon Ende September gekauft, alles andere muss erst noch organisiert werden…

So lande ich am 31. Dezember fröhlich und gut gelaunt am frühen Nachmittag in Vancouver und stelle mich gleich mal der ersten Challenge: der kanadischen Immigrationsbehörde. Als Deutscher brauche ich für Aufenthalte unter 6 Monaten kein Visum, dennoch muss man die Neugierde der Beamten stillen. Geduldig und freundlich beantworte ich alle berechtigten und auch alle blöden Fragen, nach Kontostand und Job, Rückflugticket und Aufenthaltsgrund, aber auch warum ich so viele afrikanische Länder in meinem Pass habe und folglich auch die Ebola-Fragen…
Als das dann endlich mal erledigt ist, kann ich mich mit meinem Gepäck bewaffnen. Das komplette Ski-Equipment wiegt doch so einiges, insgesamt knapp 23kg für Ski, Boots und die ganze Ausrüstung (Lawinenset, Bekleidung, etc), aufgeteilt auf Skibag und Skischuhtasche, dazu mein Tourenrucksack als Handgepäck , und so plage ich mich erst mal ab über den Skytrain und noch einen Bus (dessen freundlicher Fahrer geduldig wartet, bis ich fertig eingeladen habe) bis ich endlich in Downtown Vancouver angekommen bin. Dort wohnt David, bei dem ich die nächsten beiden Tage couchsurfen kann.

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Dabei stellt sich raus, dass die Aussage, „es werden wahrscheinlich noch 1-2 andere Couchsurfer da sein“ dezent untertrieben war, am Ende sind wir zu 13t. Zwischenzeitlich gleicht die Wohnung mehr einem Flüchtlingslager und David mehr einem Lehrer auf Klassenfahrt. Er hat die nächsten Tage ziemlich, naja, streng durchgeplant, und auch wenn wir nicht immer seinem Zeitplan folgen, so nehmen wir doch einiges mit aus Vancouver.
Schon am Sylvesterabend ergibt sich eine Planänderung für die Zeit nach Vancouver: 3 deutsche Skifahrer, Jojo, Felix und Flo, die sich einen Camper mieten wollen und 2 Wochen durch Kanada von Skigebiet zu Skigebiet zum Touren gehen und freeriden fahren wollen, haben noch Platz im Camper und da ich mich mit ihnen super verstehe, werde ich mich da wohl noch dranhängen, bevor ich mich in Revelstoke niederlasse. Der Schneebericht verheißt auf jeden Fall großartiges für Anfang Januar…

Sylvester selbst feiern wir gemeinsam in Dabids riesiger Penthouse-Wohnung, direkt am English Bay, mit einem traumhaften Blick über Vancouver Downtown und die Bucht von Vancouver, anschließend gehts noch zu einer Couchsurfer Party etwas ausserhalb. Um 3 Uhr mache ich dann schlapp, der um 9 Stunden Zeitverschiebung verlängerte Tag gibt mir dann doch den Rest.

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Am 1. Januar chillen wir erstmal fröhlich ins neue Jahr hinein, besuchen vormittags den Stanley Park, kochen mittags Knödel für die versammelte Mannschaft (schließlich muss auch die bayrische Kultur weiter in die Welt getragen werden) und finden uns dann in Badeshorts am Strand ein: Bei minus 5 Grad und eisigem Wasser steht ein nordamerikanisches Highlight auf dem Programm: der Polar Bear Swim. Das entspricht unserem deutschen Neujahrsschwimmen, nur ist es halt im Meer, und die Kanadier springen mit ganz lustigen Kostümchen oder gleich ganz nackt ins Wasser. Für mich ist das das erste Mal bei wirklich eisigem Wasser, ziemliche Gaudi, aber auch arschkalt 🙂

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Dafür spendiert uns vier dann David im Anschluss einen Nachmittag im Spa – im Jacuzzi und Sauna wärmen wir uns gemütlich wieder auf.
Abends wollen wir eigentlich ein Spiel der Vancouver Canucks anschauen. Leider sind wir nicht die einzigen, die das am Neujahrsabend in Vancouver für eine gute Idee halten, und so steigen die Tickets in Preise, die wir echt nicht mehr bezahlen wollen… Generell ist Kanada in vielerlei Hinsicht ein sehr sehr teures Land, so dass man oftmals massiv aufpassen muss, dass man nicht an einem Tag horrende Summen ausgibt, sondern sich irgendwie noch im Durchschnitt innerhalb des Budgets bewegt. Während ein Einkauf im Supermarkt, wenn man wirklich viel Preise vergleicht, noch ungefähr im gleichen Preisbereich wie in Deutschland ablaufen kann, so sind manche Sachen einfach völlig überteuert. (Bestes Beispiel sind Eishockey-Spiele, Skitickets und Handytarife – in dieser Reihenfolge)
Da uns also 140 CAD (100 Euro) für ein Ticket wirklich viel zu teuer sind, gehen wir stattdessen ins Craft Beer House, wo wir ein anständiges Bier-Tasting organisieren. Während so manche der kanadischen/amerikanischen Crafts wirklich recht gut trinkbar sind, sind 4 von den 12 Bieren ein absoluter Totalausfall. Zum Verständnis: Ich bin ein dem Bier sehr zugeneigter Mensch, wurde mit Bier aufgezogen und bevorzuge wie mein Opa Bier gegenüber allen anderen Genußgetränken. Ich hätte also nie gedacht, dass es ein Bier gibt, dass ich absolut nicht runterbringe. Sowas abartiges kann man aber auch echt nicht trinken!!

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Am Freitag dann zeigt uns David, der ursprünglich übrigens aus Taiwan kommt, ein chinesisches Restaurant zum Dim Sum (quasi eine Art Brunch). Laut seiner Aussage ist Vancouver (wegen seiner hohen asiatischen Einwohnerzahl auch Hongcouver genannt) einer der besten Orte um asiatisch essen zu gehen. Anfangs noch etwas vom System des chinesischen „Tapas“ überfordert, gefällt es uns allen super, und der perfekte Lobster am Ende setzt dem dann noch die Krone auf! Da der Tag leider ziemlich verregnet ist (was ja übrigens Schnee in den Rocky Mountains bedeutet), gehen wir den Rest des Tages shoppen. Während sich Felix neue Ski gönnt, decke ich mich noch mit einer GoPro ein – ab heute fahre ich also auch in der Riege der Teletubbies mit 🙂
Abends gehen wir dann noch gemütlich in einem Hostel in Vancouver ein Bierchen trinken mit einigen Freunden von Felix (der seit 3 Monaten schon in Kanada ist), hier ist das Bier sogar günstiger als daheim… man muss halt nur wissen, wo man suchen muss.

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Samstag dann holen die drei den Camper vom Verleih ab und wir putzen die Wohnung und machen uns schließlich, leider etwas später als geplant auf den Weg Richtung Revelstoke, unserer ersten Ski-Destination auf dem Trip (eigentlich war Whistler geplant, aber der Schneebericht für Revelstoke verspricht so einiges mehr…!)
Dem Ski-Auftakt in Kanada steht also nichts mehr im Wege!

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